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Geschichte des Erdgases

Sumerische Priester erkannten den Wert von Erdgas als Erste. Dokumente aus dem Jahr 3000 v. Chr. belegen, dass sie die „ewigen Feuer“ im Mittleren Osten als ein göttliches Zeichen für die Vorhersage der Zukunft bezeichneten. Für uns hat die Zukunft längst begonnen! Deckte der Energieträger 1965 erst ein Prozent des Primärenergie-Verbrauchs in Deutschland, so waren es im Jahr 2007 bereits mehr als 22 Prozent. 

Im Verlauf der Erdgeschichte lagerten sich über dem Muttergestein weitere Sedimentschichten ab. Das Muttergestein wurde durch das Gewicht der überlagernden Schichten und durch Bewegungen in der Erdkruste immer tiefer versenkt. Durch die Absenkungen von mehreren tausend Metern wuchs der Druck auf die Gesteinsschicht mit dem eingeschlossenen organischen Material, ebenso seine Dichte und Temperatur. Bei Temperaturen von etwa 60 bis 120°C bildete sich aus dem organischen Material Erdöl. Wurde das Muttergestein Temperaturen über 150°C ausgesetzt, konnte durch Aufspalten der langkettigen Moleküle des Erdöls Erdgas entstehen.

Der weitaus größere Teil des Erdgases bildete sich jedoch aus Muttergesteinen mit hohen Anteilen höherer Landpflanzen. Vor allem in flachen Küstenregionen kam es durch häufiges Heben und Senken des Meeresspiegels zu Wechsellagerungen mit Ton und Sandstein. Der natürlich ablaufende Verkokungsprozess ließ aus dem pflanzlichen Material zunächst Torf, dann Braunkohle und schließlich Steinkohle entstehen: das Erdgas-Muttergestein.

„Göttliches Zeichen“ oder vielmehr „Wunder der Natur“? Schließlich ist Erdgas ein ungiftiges, farb- und geruchloses Naturgas, das vor etwa 600 Millionen Jahren entstanden ist. Es handelt sich um eine der Primärenergien, das heißt ein Energieträger, der weder umgewandelt noch aufbereitet werden muss, bevor er zum Einsatz kommt. Hauptbestandteil des Naturgases ist die Kohlenwasserstoffverbindung Methan (CH4). Indem ein Kohlenstoff-Atom vier Wasserstoff-Atome an sich bindet, ist Erdgas der wasserstoffreichste fossile Brennstoff überhaupt.

Fossiler Brennstoff heißt, dass es sich um einen Energieträger handelt, der sich aus pflanzlichen oder tierischen Überresten gebildet hat. Vor Jahrmillionen haben sich diese Überreste auf dem Grund der Ozeane abgelagert, um dann in einem chemisch-biologischen Prozess von organischen Substanzen in gasförmige Kohlenwasserstoffe umgewandelt zu werden. Anschließende Bewegungen – z. B. durch Erdbeben – pressen das Gas schließlich nach oben, bis es auf undurchlässige Schichten – z. B. Ton – stößt. Das darunter liegende poröse Gestein speichert das Erdgas wie ein Schwamm das Wasser. Diese Erdgaslagerstätten treten in Tiefen zwischen 1 000 bis 12 000 Metern auf.

Heute untersuchen Wissenschaftler den Bodenuntergrund mit geophysikalischen Methoden, wie der Reflexionsseismik, nach dem „flüchtigen Gas“. Zeichnet sich eine Erdgaslagerstätte ab, dann werden Erkundungsbohrungen in bis zu 10 000 Meter Tiefe durchgeführt. Die Experten arbeiten insbesondere nach dem Rotary(Dreh)-Bohrverfahren – ein Spülbohren, bei dem ein drehbares Hohlgestänge den Meißel in den Boden treibt. Das unter hohem Druck lagernde Erdgas strömt kontrolliert durch das Bohrloch über Feldleitungen zur zentralen Sammelstelle. Erdgas wird auf dem Land (Onshore) und vor der Küste (Offshore) gefördert.

Knapp ein Fünftel des deutschen Erdgasaufkommens stammt direkt von hier, der Rest vor allem aus Russland, Norwegen, den Niederlanden und Dänemark. In diesen Fällen wird das Erdgas im gasförmigen Zustand über ein unterirdisch verlegtes Leitungsnetz bis zum Endverbraucher transportiert. Gut für die Umwelt und die Optik: Indem in Deutschland ein etwa 380 000 Kilometer langes Pipeline-System für den „unsichtbaren“ Transport sorgt, bleiben Belastungen der oberirdischen Verkehrswege, wie auch Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes aus.